Published online by Cambridge University Press: 05 August 2011
Auf Veranlassung von Herrn Dr. Koch-Grünberg habe ich an einer Anzahl von Blasinstrumenten seiner nordwestbrasilischen Sammlungen die Tonhohen bestimmt. Zu solcher Untersuchung eignen sich natürlich nur Instrumente mit fester Abstimmung, von Blasinstrumenten also solche, deren Töne möglichst unabhängig sind von der Art und Stärke des Anblasens. Am besten ist diese Bedingung bei Panpfeifen erfüllt: ihre Stimmung hängt nahezu ausschlieβlich von den Maβen der Rohre ab. Zudem darf man erwarten, die musikalische Absicht des Verfertigers gerade bei Panpfeifen am getreuesten verwirklicht zu finden; es bedarf weder groβer Geschicklichkeit noch besonderer Ubung, urn ein Rohr durch allmähliges Verkürzen auf die gewunschte Tonhöhe zu bringen, und hat man einmal zu viel abgeschnitten, so kann man das verpfuschte Rohr mit leichter Mühe durch ein anderes ersetzen. Bedeutend schwieriger schon ist die Herstellung von Flageoletts, bei denen die Tonhöhen auβer von den Maβen des Rohrs auch von den Dimensionen des Mundstücks und der Verteilung der Fingerlöcher abhängen. Auch bei bedeutender Handfertigkeit wird hier das Gelingen in hohem Maβe vom Zufall abhängen. Den verändernden Einfluβ der Windstärke kann man durch möglichst gleichmäβiges Anblasen unschädlich machen, so daβ auch diese Instrumente für Tonhöhenmessungen brauchbar sind. Die offenen Längsflöten aus Röhrenknochen setzen eine besondere Technik des Anblasens voraus; die ganz zufälligen, schwer regulierbaren Dimensionen, die unregelmäβige Gestaltung des Hohlraums, die mühsame und zeitraubende Arbeit des Löcherbohrens in so hartem Material machen es überdies unwahrscheinlich, daβ die Verfertiger und Bläser hohe Anforderungen an die Stimmung von Knochenflöten stellen. Man kann daher auf ihre genauere Untersuchung wohl ohne groβen Verlust verzichten. Da leider auch die Flageoletts keine theoretisch verwertbaren Resultate gaben, soil sich die folgende Mitteilung auf die wichtigsten Befunde an den Panpfeifen beschränken.
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